Teambildung

An Teambildung wird immer dann gedacht, wenn eine Krise schon offensichtlich ist. Die Nähe der beiden Worte Teambildung und Krise macht deutlich, dass zur Lösung des Problems die Zeit drängt.
Gerade dieser Zeitdruck führt zu einem gefährlichen Aktionismus.

Die traditionellen Teambildungsangebote sind ein einträgliches Geschäft. Sie werden von Unternehmen oftmals als letzten verzweifelten Schritt in einer nahezu ausweglos erscheinen Situation als vermeintlicher Rettungsanker gesehen. Sie werden häufig als fertiges Produkt Set angeboten und beschäftigen sich in der überwiegende Vielzahl mit bestehenden Managementteams unterschiedlicher Hierarchie Ebenen, bei denen ein offensichtliches Defizit in der Zusammenarbeitet besteht.
Dabei ist zu berücksichtigen, je höher die Hierarchie Ebene, desto höher ist das Widerstreben zur bedingungslosen Zusammenarbeit der Teammitglieder im Sinne des Unternehmens. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass der Weg nach oben natürlich immer beschwerlicher wird. Die Bestrebungen die nächste Stufe in der Karriereleiter nicht zu verpassen und die Sorge einen Abstieg oder sogar einen Ausstieg mit dem Verlust aller Privilegien zu verhindern, führen zur intensiven Beobachtung eventuellen Gefährdungspotentials nach allen Richtungen aber auch bezogen auf Mitbewerber im Team.
Unter diesen erschwerten Bedingungen wird nun vordergründig nach Verbindungsmaterial gesucht.
Ein beliebtes Mittel ist, durch Vorgabe von harten Zielen (Zahlen, Ergebnissen), eine Gruppe von Leuten mit unterschiedlichen Präferenzen dazu zu bringen, sich mit der gestellten Aufgabe zu identifizieren. Die Belohnung sind überwiegend monetäre Anreize, die bei einigen Unternehmen das Dreifache des schon üppigen Grundgehalts übersteigen können.
In den wenigsten Fällen wird ein Teil dieser Zuwendungen in einen Pool eingezahlt, der bei Verfehlung der Planziele angegriffen wird. Weiche Ziele, die kaum konkret messbar sind, sichern zudem einen Teil des Bonus ab.

Unter dem Oberbegriff „Teaming“ wird oftmals auf verschiedene sog. vertrauensbildende Maßnahmen zurückgegriffen.

Eine absolut destruktive Variante sind Veranstaltungen, bei denen unter Anleitung eines sog. Coaches die Teilnehmer aufgefordert werden, in öffentlicher Runde sich persönlich aggressiv über die anderen Teilnehmer auszulassen. Nach dem Motto, es muss alles auf den Tisch und erst dann kann daran gearbeitet werden, die Diskrepanzen zwischen den Teilnehmern zu eliminieren und einen neuen Teamspirit zu entfesseln.
Ein weiteres beliebtes Mittel, sind gemeinsame kostspielige Unternehmungen wie Abenteuer Veranstaltungen, Fahrt im Grand Canyon, Überlebenstraining usw., die allen Beteiligten viel Spaß bringen, aber ihrem eigentliches Ziel nichts bringen.
Insbesondere bei grundlegenden Veränderungen im Unternehmen wird oftmals ein erweiterter Kreis von Mitarbeitern in Diskussionsforen eingebunden, um das Mitspracherecht nach außen zu dokumentieren. Die Begeisterung ist bei allen groß, endlich einmal aktiv mitarbeiten zu können, die schon lange bekannten Hemmnisse im Unternehmen zu reduzieren und den angestauten Frust abzubauen. Mit Hilfe externer Berater werden in sog. Workshops Veränderungsvorschläge erarbeitet, die dann bei der Zusammenführung genau das widerspiegeln, was schon vorher der Initiator gewollt war.

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